Die Pete Doherty Kollektion: Saint Laurent Fall/Winter 2013

Hedi Slimane ist wohl der einflussreichste Modedesigner in den letzten 10 Jahren – Stilikone, Popikone, Fotograf, einfach ein Tausendsasser.

Mit seiner Mixtur aus Upper Class Indie und dem permanent musikalischem Subtext in seinen Entwürfen, seiner Festival-Atmosphäre in allen Schnitten und seinem Markenzeichen der Skinny-Skinny Jeans, gibt der Herr seiner Kollektion immer eine Linie, die es uns möglich macht, seine Kollektion schon bei einem kurzem Hinblick zu erkennen. Wir Männer verdanken Hedi die Befreiung der Klischee-Figur des “nicht-allzu-männlichen-Mannes”, hin zu der “Ästhetisierung” des schlaksigen Frontmanns, der in einer Britischen Pop Band spielt.

Wie bei Dior, geht es nahtlos bei Saint Laurent (vorher Yves Saint Laurent) weiter. Wir sehen geniale Schnitte von Anzügen, lässig elegante oversized Schals, bestickte Bolerojacken im Tuxedo-Stil. Ein Augenschmaus für jeden, der wohl den unkomplizierten Look mag. Und das alles in einem extrem ausgeklügelten Set Design.

Wir sehen perfekt verarbeitete Lederhosen und mein persönlichen Favoriten: die College Jacke mit weissen Einsätzen. Alles Sehr anglo-amerikanisch, aber nicht langweilig. Ich spreche aus Erfahrung, dass wenn man Slimane trägt, sich einfach besser fühlt!

Es geht um ein Lebensgefühl und um das Understatement, das man repräsentiert (oder auch nicht). Man merkt meine Euphorie, die ich für Saint Laurent hege. Es ist mir jedoch nicht zu verübeln, nach diesem glanzvollem Wiedereinstieg in die Branche, erst mit der Frauenkollektion für den Spring/Summer 2013 und jetzt mit dieser wunderbaren Hommage an Pete Doherty von den Babyshambles.

Auch wenn böse Zungen sagen, dass Hedi seinen Stil nicht weiterentwickelt hat! Fuck You! Warum sollte man sich noch weiter entwickeln, wenn man schon ganz oben ist?

 

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70er Jahre Flair mit Techno Einflüssen: 3.1 Phillip Lim Fall/Winter 2013

Philip Lim ist schwierig in eine Schublade zu stecken, da er nicht, wie manch anderer Designer, eine Linie in einer Kollektion vorweist, sondern mehr einen Spiegel seiner Kreativität und Inspiration in seinem Design einfließen lässt. Sprich: er hat so viele Kollektionen in einer vereint, dass es fast unmöglich macht, in einem Text über diese zu berichten.

Gut, ich versuche es einmal…
Ich fange bei meinen Recherchen meist an, mir einen Überblick über die Kollektion zu verschaffen. Der nächste Schritt wäre, mir dazu das Video anzusehen. Der darauf folgende Schritt ist die Zusammenfassung eines Oberthemas.

Probieren wir es einmal mit einer kleinen Charakterisierung.
Es ist das gefühlte Jahr 1970, Bikerjacken und Haartollen dominieren die Jugendkultur, selbstverständlich, überwiegend in Schwarz. Die Veteranen kommen aus Vietnam zurück und halten im Arm zusammengeflickte Klamotten. Was wir noch nicht wissen: Wir befinden uns in einer Art Paralleluniversum, wo Techno Einflüsse in den 70er Jahren eine große Rolle gespielt haben.

Lim ist exzellent was Materialmix angeht.  Es gestaltet sich schwierig, meiner Meinung nach, schwarzen matten Jersey mit schwarz glänzendem Leder zu kombinieren, sodass es stimmig wirkt. Zopfpullis, die keine sind sondern nur Prägungen auf Leder, sowie Army-Jacken im obligatorischem Grün mit Streifenpatchwork sind in der Kollektion zu sehen. Ebenso bestehen auch die Hosen aus dem streifenartigen Patchwork. Auf jeden Fall einen Blick wert, ist die zu sehende Hose mit Kuhfell-Print, die wir schon in der Givenchy Pre-Fall 2013 Kollektion sichten konnten (TREND ALERT).

Ich würde eine Art back to Normal-Life-Philosophie aus der Kollektion erkennen.
Krisenzeiten fördern die Kreativität der Generation. Philip Lim scheint sich damit auseinandergesetzt zu haben und spricht eine sehr gebildete Schicht an, die den Subtext erkennen und schätzen.

 

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